In den vergangenen 20 Jahren habe ich eine Sammlung von mehr als 250 Karten aufgebaut. Besonders für die Heimatforschung sind sie von großer Bedeutung, da sie die Entwicklung von Waxenberg in den letzten 100 Jahren dokumentieren.
Die Geschichte der Ansichtskarte
Mit der Einführung der Briefmarke in England im Jahr 1840 begann der Siegeszug der Ansichtskarte. Zunächst handelte es sich um schlichte Karten, die ausschließlich für schriftliche Mitteilungen ohne Illustrationen gedacht waren. In Österreich wurden sie als „Correspondenz-Karten“ bezeichnet. Während ein Brief damals fünf Kreuzer kostete, war eine Karte bereits um zwei Kreuzer erhältlich – sicherlich ein Grund dafür, dass im ersten Monat nach ihrer Einfüh-rung rund 1,4 Millionen Stück verkauft wurden.

Als goldenes Zeitalter der Ansichtskarte gilt die Zeit zwischen 1897 und 1918. Dank der Chromolithografie konnten nun farbige Motive in hoher Qualität gedruckt werden, was wesentlich zur großen Beliebtheit beitrug.
Die älteste in Waxenberg abgestempelte Karte stammt aus dem Jahr 1898 und ist eine sogenannte „Gruß-aus-Karte“. In der Pfarrchronik wird berichtet, dass am 1. Oktober 1888 im Haus Waxenberg Nr. 34 – das damals dem Fürsten Starhemberg gehörte – eine Postexpedition eingerichtet wurde. Diese unterhielt einen täglichen Botendienst von St. Veit über Waxenberg und Oberneukirchen nach Zwettl an der Rodl.
